7 SEO-Mythen, die sich hartnäckig halten

(und mich seit 2008 leicht aggressiv machen)

Okay, kleines Geständnis zum Anfang.
Mein allererstes SEO-Projekt war 2008 ein Blog über… Trommelwirbel… kostenlose Klingeltöne. Ja. Klingeltöne. Ich war jung, ich brauchte das Geld nicht, aber ich fand SEO irgendwie geil. Und ich dachte damals wirklich, dass man bei Google einfach nur oft genug ein keyword reinschreibt und zack, erste Platzierung. Spoiler: Nein.

Und genau deshalb reden wir heute über die größten SEO-Mythen. Diese SEO-mythen, die sich halten wie Kaugummi unter dem Schuh. Oder wie diese eine Jeans, von der du weißt, dass sie dir nicht mehr passt, die du aber emotional nicht loslassen kannst.

Wenn du SEO machst, selbstständig bist oder einfach nur denkst „Warum zur Hölle rankt meine Website nicht?“, dann lies weiter. Und ja, SEO ist auch wichtig für KI Optimierung. Aber dazu später. Vielleicht. Oder ich vergesse es wieder.

Warum es so viele SEO-Mythen gibt (und warum sie nerven)

Warum es so viele SEO-Mythen gibt (und warum sie nerven)

SEO ist kein statisches Ding. Suchmaschinen ändern sich. Der Algorithmus ändert sich. Menschen ändern ihr Suchverhalten. Nur die Mythen nicht. Die bleiben. Für immer. Sie halten sich hartnäckig.

Ein bisschen liegt das daran, dass SEO früher… na ja… einfacher war. Keyword rein, keyword-dichte hoch, fertig. Heute ist Suchmaschinenoptimierung eher so ein Zusammenspiel aus Technik, Psychologie, Content, Nutzererfahrung und gesundem Menschenverstand.

Und trotzdem erzählen Leute 2026 noch Dinge wie:
„Meta-Keywords sind super wichtig.“
Nein. Sind sie nicht. Wirklich nicht.

Mythos 1: Viel Keyword = besseres Ranking

Mythos 1 Viel Keyword = besseres Ranking

Ah ja. Mythos 1. Der Klassiker.
„Wenn ich mein keyword nur oft genug benutze, dann wird Google das schon checken.“

Nein. Tut es nicht. Oder sagen wir: nicht so, wie du denkst.

Früher war die keyword-dichte tatsächlich ein Ding. Heute schaut die Suchmaschine auf Relevanz, Kontext, Suchintention, hochwertig geschriebene Texte und ob dein Content einen Mehrwert liefert.

Ich hab mal 2011 einen Text gebaut, der bestand gefühlt aus 80 Prozent Keyword. Hat gerankt. Kurz. Dann kam ein Update. Weg war er. Komplett aus dem Index. Lesson learned.

Was stattdessen zählt:

  • natürliche Sprache
  • klare Suchintention
  • semantische keywords
  • Inhalte, die Menschen lesen wollen (nicht nur Crawler)

Kleine Abschweifung (sorry): Meine Freundin Jana und ihr SEO-Trauma

Kleine Abschweifung (sorry) Meine Freundin Jana und ihr SEO-Trauma

Kurzer Side-Quest. Meine Freundin Jana (Name geändert, Drama echt) hat 2022 ihre Seite komplett umgebaut, weil irgendein Coach ihr gesagt hat, sie müsse jedes Keyword exakt 7-mal benutzen. Ergebnis: Texte wie aus einem schlechten SEO-Lehrbuch von 2009. Absprungrate hoch, Sichtbarkeit runter.

Wir haben das später gemeinsam gefixt. Weniger optimieren, mehr denken. Hat geholfen.

Mythos 2: Mehr Seiten = mehr Traffic

Mythos 2 ist auch so ein Liebling.
„Wenn ich einfach mehr Seiten habe, bekomme ich automatisch mehr Traffic.“

Nein. Quantität ist kein Rankingfaktor. Quantität ohne Qualität ist einfach nur… Müll. Sorry.

100 dünne Seiten ohne klare Relevanz bringen dir weniger als 10 richtig gute, vertrauenswürdig geschriebene Inhalte.

Google mag Struktur. Themencluster. Sinnvolle URLs. Keine inhaltsleeren Seiten, die nur existieren, weil jemand dachte, das wäre gut für SEO.

Mythos 3: Backlinks um jeden Preis

Mythos 3: „Hauptsache viele Backlinks.“

Ja, Links sind wichtig. Aber viele eingehende Links von schlechten Seiten bringen dir gar nichts. Oder schlimmer: Probleme.

Ich hatte 2016 ein Projekt, da hab ich mir gedacht: Ach komm, probieren wir’s. Billige Links. Ergebnis: manuelle Maßnahme. Spaßig war das nicht.

Einfluss auf das Ranking haben:

  • Qualität der Links
  • thematische Nähe
  • natürliche Verlinkung

Nicht Linkspam. Nie wieder.

Mythos 4: Google Ads verbessern dein organisches Ranking

Mythos 4 ist besonders beliebt bei Leuten, die Ads verkaufen.
Nein, Google Ads (oder AdWords, wie wir Alten sagen) haben keinen direkten Einfluss auf das Ranking in der organischen Suche.

Punkt. Wirklich.
Ja, Ads können indirekt helfen: mehr Aufmerksamkeit, mehr Nutzer, vielleicht bessere Nutzersignale. Aber sie sind kein Rankingfaktor.

Mythos 5: Duplicate Content wird immer abgestraft

Mythos 5: „Oh nein, duplicate content, jetzt bin ich tot.“

Nein. Bist du nicht.
Doppelte Inhalte sind erstmal nur… doppelt. Google entscheidet dann, welche Version in den Suchergebnissen angezeigt wird.

Problematisch wird es erst, wenn:

  • interne Duplikate unkontrolliert sind
  • falsche URL-Varianten existieren
  • die Indexierung komplett chaotisch ist

Canonical regelt. Meistens.

Mythos 6: SEO ist einmal machen, dann fertig

Mythos 6 ist mein persönlicher Endgegner.
SEO ist kein To-do. Es ist ein Prozess.

Updates kommen. Nutzer ändern sich. Wettbewerber optimieren. Wenn deine Seite nicht technisch sauber aufgesetzt ist oder keine neue Inhalte bekommt, dann rutschst du.

SEO lebt. Leider.

Mythos 7: Social Media ist ein direkter Rankingfaktor

Und hier kommt Mythos 7.
SEO und Social Media sind keine direkten Freunde. Social Signals sind kein offizieller Rankingfaktor.

Aber: Inhalte, die social media geteilt werden, bekommen Sichtbarkeit. Aufmerksamkeit. Vielleicht Links. Vielleicht Vertrauen.

Indirekt? Ja. Direkt? Nein.

Noch ein paar SEO-Mythen, die ich hier nicht ausführen kann (sonst sitze ich morgen noch hier)

  • Meta-Keywords sind wichtig
  • Das Alter einer Domain entscheidet alles
  • Eine Sitemap bringt automatisch bessere Rankings
  • Man muss jede Seite manuell indexieren

Alles Quatsch. Oder zumindest stark vereinfacht.

Wenn du tiefer einsteigen willst, schau dir auch diese Artikel an:

SEO, KI und warum das alles wieder komplizierter wird

Kurzer Reality-Check: SEO ist auch wichtig für KI Optimierung.
Suchsysteme denken immer stärker in Search, Kontext, Entitäten, Nutzerfragen.

Das Hummingbird-Update war da nur der Anfang. Heute geht es um Expertise, Vertrauen, Nutzererfahrung, Absprungrate, echte Antworten.

Oder anders gesagt: Schreib für Menschen. Optimier für Systeme. Denk mit.

Mein leicht chaotisches Fazit

Ich mache SEO seit 2008. Ich bin 36. Ich habe Fehler gemacht. Viele. Manche peinlich. Manche teuer. Aber genau deshalb weiß ich: Die meisten SEO-mythen genauer betrachtet lösen sich sofort auf.

SEO ist kein Trick. Kein Hack. Kein Geheimwissen.
Es ist Arbeit. Denken. Testen. Wiederholen.

Und jetzt du:
Welcher SEO-Mythos hat dich am längsten begleitet? Oder woran glaubst du vielleicht immer noch (keine Sorge, ich verurteile dich nicht… okay, vielleicht ein bisschen)?

Wenn dir dieses wirre Gedankending gefallen hat, schau dir gern meine anderen Sachen an. Kein Druck. Wirklich nicht.