Mein ehrlicher Blick nach 15+ Jahren Chaos, Kaffee & Google-Updates
Okay, Geständnis zum Start.
Ich habe 2008 mit SEO angefangen, weil ich damals nachts um halb zwei in meinem WG-Zimmer saß, kalten Kaffee getrunken habe und wissen wollte, warum meine Seite plötzlich auf Platz 3 statt 17 war. Kein Businessplan. Kein Online Marketing Mastermind. Nur Neugier. Und ein bisschen Größenwahn.
Und jetzt, viele Jahre später, sitze ich hier und schreibe über Suchmaschinenoptimierung selbst machen oder agentur – eine Frage, die mir gefühlt jede Woche gestellt wird. Von Freund:innen, Kund:innen, meiner fiktiven Tante Monika und manchmal auch von mir selbst (ja wirklich).
Also lass uns das mal auseinandernehmen. Ohne Buzzwords. Ohne Hochglanz. Eher so… ehrliches Küchen-Gespräch mit leichtem Sarkasmus.
SEO selbst machen oder Agentur? Erstmal kurz durchatmen
Bevor wir uns gleich in vor- und nachteile stürzen:
Es gibt nicht die eine richtige Lösung. Wirklich nicht. Wer dir das erzählt, will dir meistens etwas verkaufen. Oder hat noch nie SEO betrieben, sondern nur PowerPoints.
Die eigentliche Frage ist eher:
Wer SEO macht, wie es gemacht wird und wie viel Zeit, Geld und Nerven du investieren willst.
Und ja, SEO ist auch wichtig für KI Optimierung. Google denkt längst nicht mehr nur in Keywords, sondern in Kontext, Entitäten und Nutzerintention. Wer das ignoriert, rankt vielleicht kurz, aber nicht lange. (Kleiner Exkurs, sorry. Thema SEO halt.)
Kurzer Realitätscheck: Warum SEO überhaupt?
Warum SEO?
Weil organischer Traffic immer noch einer der stabilsten Kanäle ist.
Weil mehr Sichtbarkeit oft gleich mehr Kunden bedeutet.
Und weil Anzeigen nerven. Mich zumindest.
SEO sorgt dafür, dass deine Seite organisch gefunden wird. Nicht morgen. Nicht nächste Woche. Sondern nachhaltig. Und ja, SEO kostet Zeit. Immer. Egal ob du es selbst machst oder auslagerst.
Option 1: Suchmaschinenoptimierung selbst machen (aka DIY mit Fluchen)
Ich fang mal mit dem an, was viele reizt: SEO selber.
Vorteile, wenn du SEO selbst in die Hand nimmst
- Du lernst brutal viel über deine Branche
- Du entwickelst echtes Know-how
- Du verstehst, warum bestimmte Rankings entstehen
- Du sparst am Anfang Geld (theoretisch)
Ich kenne viele Webseitenbetreiber, gerade kleine Unternehmen, die genau so starten. Tutorials, ein SEO-Kurs, YouTube, ein paar SEO-Tools. Läuft erstmal.
Aber… (und jetzt kommt der ehrliche Teil)
Nachteile von inhouse-seo gibt es leider auch. Und zwar nicht zu knapp.
- SEO braucht Zeit. Viel Zeit.
- Du musst Content erstellen, technisch optimieren, Keywords recherchieren, Linkaufbau verstehen
- Der Google-Algorithmus ändert sich ständig
- Du hast keinen Blick von außen
Und ganz ehrlich:
Nach drei Monaten bist du entweder angefixt oder komplett genervt.
Ich erinnere mich noch an meinen Freund Timo, der dachte, er macht mal eben SEO inhouse nebenbei. Spoiler: Er hat nach zwei Wochen aufgegeben und mir nachts Sprachnachrichten geschickt. Verzweifelt. Leicht betrunken.
Inhouse SEO – klingt größer als es ist
Inhouse bedeutet nicht automatisch „großes Team“. Oft ist es eine Person. Manchmal ein:e SEO-Manager:in, manchmal jemand aus dem Webdesign, manchmal der Praktikant (bitte nicht).
Inhouse SEO funktioniert gut, wenn:
- genug Zeit da ist
- echtes Interesse besteht
- Prozesse klar sind
- Programmierung zumindest grundlegend verstanden wird
Aber: Inhouse-SEOs können betriebsblind werden. Passiert schneller als man denkt.
Option 2: SEO-Agentur beauftragen (aka abgeben und hoffen)
Jetzt zur anderen Seite: Agentur beauftragen.
Eine SEO-Agentur bringt meistens:
- Erfahrung aus vielen Projekten
- strukturierte SEO-Maßnahmen
- eingespielte Abläufe
- Expertise in Spezialthemen
Gerade größere Unternehmen oder sehr umkämpfte Märkte profitieren davon.
Aber auch hier: kein Märchenwald
Nachteile von Agenturen gibt es auch. Sorry.
- Kommunikation dauert
- Qualität schwankt extrem
- SEO ist keine geschützte Berufsbezeichnung
- Manche SEO-Agenturen verkaufen Luft
Ich habe Agenturen gesehen, die besser optimieren als ich. Und welche, bei denen ich mir dachte: Wie rankt ihr eigentlich morgens aus dem Bett?
Freelancer als Mittelweg?
Ja, es gibt sie: Freelancer.
Ein guter Freelancer kann:
- günstiger sein als eine Agentur
- persönlicher arbeiten
- schneller und effizienter handeln
Aber auch hier gilt: Qualität variiert. Stark.
Und bei projektbasierte Zusammenarbeit fehlt manchmal die langfristige SEO-Strategie.
Kostenfrage (weil sie immer kommt)
Lass uns kurz über Geld reden. Unangenehm, aber nötig.
Wenn du wissen willst, was SEO wirklich kostet, schau dir das hier an:
was kostet seo wirklich
Für Selbstständige ist auch das relevant:
seo kosten für selbstständige
Und ganz wichtig:
Ein realistisches SEO Budget planen. Ohne das wird’s nix.
seo budget planen
SEO kostet selten unter vierstellig im Monat. € im Monat wohlgemerkt. Wer anderes verspricht, verkauft Träume.
SEO selbst machen oder Agentur – meine ehrliche Entscheidungshilfe
Okay, jetzt Butter bei die Fische. Meine persönliche Entscheidungshilfe:
Mach SEO selbst, wenn:
- du Zeit hast
- du lernen willst
- dein Umsatz noch überschaubar ist
Beauftrage eine Agentur, wenn:
- du skalieren willst
- du mehr SEO brauchst als Basics
- du keine Lust hast, dich täglich mit SERPs zu beschäftigen
Kombi-Modell? Mega unterschätzt
Viele Unternehmen fahren gut mit:
- internem Verständnis
- externer Umsetzung
Das ist oft die beste Wahl.
Kleine Abschweifung (sorry): SEO & KI
Kurzer Popkultur-Moment:
Alle reden über KI wie früher über Clubhouse.
Aber SEO überhaupt ohne KI-Denken? Schwierig.
Strukturierter Content, semantische Tiefe, Long-Tail-Keywords, saubere Daten – das hilft nicht nur Google, sondern auch KI-Systemen. Wer jetzt sauber arbeitet, profitiert später. Punkt.
Noch ein paar unbequeme Wahrheiten
- Gute SEO fühlt sich oft langweilig an
- SEO macht selten über Nacht reich
- SEO schon gar nicht ohne Geduld
- Viele Unternehmen haben unrealistische Erwartungen
Und fang mir bloß nicht mit Leuten an, die denken, ein Plugin ersetzt Strategie. Bitte. Nein.
Fazit (oder eher: mein persönliches Bauchgefühl)
Ich liebe SEO immer noch. Trotz allem. Trotz Updates, trotz Chaos, trotz Menschen, die „SEO-Dienstleistungen“ googeln und dann 99 Euro erwarten.
SEO selbst machen oder Agentur ist keine Entweder-oder-Frage. Es ist ein Prozess. Eine Entwicklung. Man wächst rein. Oder man lagert aus. Oder beides.
Meine Empfehlung?
Versteh genug, um mitreden zu können. Egal wen du am Ende beauftragst.
Und jetzt mal ehrlich:
Wie hast du es gelöst? Selbst gemacht? Ausgelagert? Oder steckst du gerade irgendwo dazwischen fest?
Wenn dir dieses wirre Gedankending gefallen hat, schau dir vielleicht auch meine anderen Texte an. Kein Druck. Wirklich nicht.